Grußwort der Landesbischöfin zum Fastenmonat Ramadan 2022

Grußwort der Landesbischöfin zum Fastenmonat Ramadan 2022

Karlsruhe, 01. April 2022

An alle Musliminnen und Muslime in Baden

Liebe Musliminnen und Muslime in Baden, sehr geehrte Damen und Herren, zum Beginn des diesjährigen Fastenmonats grüße ich Sie alle sehr herzlich mit einem biblischen
Wort aus dem Neuen Testament„Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht!“(3.Joh 2, Einheitsübersetzung). Wie wichtig und kostbar dieser Segenswunsch ist, spüren wir alle unter den Kriegsschatten, die über Europa liegen, seitdem in der Ukraine gekämpft wird, Menschen getötet oder verwundet werden und Hundertausende auf der Flucht sind.
Der große Wunsch, der Menschen aller Religionen in Europa verbindet, ist der Wunsch nach dem Ende von Krieg und Zerstörung, der Wunsch nach Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der guten Schöpfung Gottes daran halten wir fest. Wir vertrauen darauf, dass der Friede Gottes stärker ist als alles Machtstreben und alle Gewalt der Menschen. Mit der Bitte um Gottes Frieden sehen wir diesem Jahr den kommenden Festzeiten unserer Religionsgemeinschaften entgegen und wollen als Glaubende für den Frieden eintreten, wo es uns möglich ist. Die Erfahrungen, dass in letzten Wochen an vielen Orten in Baden, in Deutschland und in Europa sich zahlreiche Menschen zu Mahnwachen, Friedensgebeten und Kundgebungen zusammengefunden haben, die riesengroße Hilfsbereitschaft überall, sind ein ganz starkes Zeichen der Ermutigung ein Strahl der Hoffnung für uns alle.
Eine schwere Zeit liegt ja auch hinter vielen Menschen hier im Land, denn das Virus hat nicht nach Religionszugehörigkeit unterschieden. Muslim*innen, Christ*innen, jüdische Menschen haben ähnliche Erfahrungen gemacht im Alltag und im religiösen Bereich. Gemeinsam hoffen und freuen wir uns jetzt darauf, in diesem Jahr unsere großen Festzeiten wieder nach unseren jeweiligen Traditionen und Bräuchen feiern zu können. So stärken wir unseren Glauben und schöpfen Kraft für unser Leben und für die Unterstützung von Menschen in Not und Gefahr.
Aus den anstrengenden Zeiten des letzten Jahres können wir aber auch auf einige gute Erfahrungen zurückschauen: Moscheegemeinden und islamische Verbände wie christliche Kirchen haben aktiv Verantwortung für das Wohl der ganzen Gemeinschaft übernommen durch Aufrufe zum Impfen, durch Impfaktionen in Moscheen und Kirchen, durch besonnenes Verhalten und Geduld vieler Gläubiger während der Pandemie-Einschränkungen.

Jetzt wünsche ich Ihnen, dass vieles, worauf Sie in den letzten zwei Jahren verzichtet haben gemeinsame Gebete und Koranrezitationen in den Moscheen, das Fastenbrechen im Kreise von Verwandten, Freunden und Nachbarn in diesem Ramadan wieder möglich sein wird.
Ein besonderes Ereignis für unsere badische Kirche in diesem Jahr wird die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen vom 31.08. - 08.09.2022 in Karlsruhe sein, die wir schon jetzt intensiv vorbereiten. Wenn sich Delegierte und Vertreter*innen christlicher Kirchen aus allen Erdteilen in Karlsruhe unter dem Motto treffen „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“, dann verstehen wir dies als Motivation für uns Christ*innen zusammen mit den Menschen aller Glaubensgemeinschaften zur weltweiten Versöhnung beitragen. In der Pandemie haben wir deutlich gespürt und erfahren, dass wir alle Teil einer Menschheitsfamilie sind. Wir freuen uns darum sehr, wenn Sie als Muslim*innen Anteil nehmen an diesem wichtigen Ereignis für uns. Sie sind herzlich willkommen zu den Veranstaltungen im Rahmen der Vollversammlung,
zu denen auch interreligiöse Begegnungen gehören.
Wenn die Tradition der Iftar-Einladungen wieder aufgenommen werden kann, ist das für uns Christ*innen eine große Freude und ein Grund zur Dankbarkeit gegenüber Gott, denn wir haben das ungezwungene persönliche Zusammensein mit unseren muslimischen Freunden und Nachbarn seit zwei Jahren vermisst. So hoffen wir, dass persönliche Begegnungen wieder zunehmen. Das ist der gute Boden, auf dem gegenseitiges Verstehen, Vertrauen und Respekt wachsen. Auf diese Weise gewinnen wir auch neue Energie für gemeinsames Handeln als Christ*innen und Muslim*innen. Der Krieg in der Ukraine hat uns drastisch vor Augen gestellt, wie dringlich und notwendig Vertrauen und gegenseitige Achtung für das friedliche Zusammenleben der Einzelnen wie der Völker sind. Darum wollen wir aus unserem jeweiligen Glauben heraus eintreten für die Bewahrung der Schöpfung angesichts des Klimawandels, für Frieden und Gerechtigkeit angesichts von Machtstreben und Gewalt. Wo wir als Christ*innen und Muslim*innen zusammen kleine und größere Schritte auf diesem Weg machen, tragen wir bei zum Wohl aller Menschen.
Ihnen, Ihren Familien und Gemeinden wünsche ich eine segensreiche Fastenzeit und ein frohes Fest zum Abschluss des Ramadans!


Mit herzlichem Gruß
Ihre Prof. Dr. Heike Springhart
Landesbischöfi

 



 
    • Beim Aufbau unseres Standes. Das neue Banner mit dem Namen unserer Gesellschaft ist fertig.

    Wieder viele Gespräche mit Standbesuchern

    Auch in diesem Jahr führten wir wieder viele Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern unseres Informationsstandes beim Fest der Völkerverständigung auf dem Karlsruher Marktplatz. Anknüpfungspunkt für viele Gespräche waren unsere zwei...

  • Beim Mittwochstreff der CIG Karlsruhe im April 2010 im Internationalen Begegnungszentrum Karlsruhe berichtet Frau Krumm: Das Thema Scharia wird in Gesellschaft immer wichtiger. Gerade kürzlich hörte sie von ihrem Bruder, der in einer Schweizer Bank arbeitet, dass dort intensiv über Geldanlagen...

    Beim Mittwochstreff im März 2010 las unser Mitglied Gerhard Wortmann in der DITIB-Moschee Karlsruhe aus seinem Buch "Mit Mustafa auf Du oder: Integration in Bretten praktiziert". Gerhard Wortmann hat sich als Grund- und Hauptschullehrer in Bretten seit Ende der 60 Jahre der Integration seiner...

    Adventsfeier 2009

    Gut besuchte Adventsfeier in der Krypta von St. Stephan

    Gute Stimmung herrschte bei der christlich-islamischen Adventsfeier am 2. Dezember 2009. Die Christlich-Islamische Gesellschaft hatte in die Krypta von St. Stephan in der Karlsruher Stadtmitte...

  • Vortrag von Imam Mohamed Ibrahim, Wolfsburg

    Am 4. November 2009 war unserer früherer Muslimischer Vorsitzender Imam Mohamed Ibrahim bei uns zu Gast und hielt vor zahlreichen Besucherinnen und Besuchern den Vortrag: Historische Distanz - Hat uns die Religion heute noch etwas zu sagen...

  • Einen herzlichen Empfang bereitete die AnNur-Moscheegemeinde uns zum Fastenbrechen im Ramadan eingeladenen Gästen der Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe. Zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs begann das Abendgebet, bei dem als erste Speise, wie traditionell üblich, eine Dattel gereicht...

    • Foto von Stefan Langer zum Bericht auf der Website des katholischen Dekanates

    Fußballspiel wieder ein voller Erfolg

    Am 1. Juli fand nun schon zum 3. Mal unser christlich-islamisches Fußballspiel auf dem Gelände des DJK-Ost im Hardtwald statt. Nachdem die muslimische Seite in diesem Jahr durch Fußbhallspieler der türkischen Gemeinde verstärkt wurde und die...

    • Beginn des Festes erstmals mit einem Friedensgebet auf der Bühne. Mustapha Smouni, Elhady Sall und Erhard Bechtold sind dabei umringt von einem Fanfarenzug aus Oberreut.


    Wie seit vielen Jahren waren wir von der Christlich-Islamischen Gesellschaft auch 2009 beim Fest der Völkerverständigung auf dem Karlsruher Marktplatz präsent. Neu war in diesem Jahr, dass das Bühnenprogramm des Festes mit einem christlich-muslimischen Gebet eröffnet wurde. Der katholische...

    • Hier Bürgermeister Klaus Stapf, der evangelische Dekan Otto Vogel, Vorstandsmitglied Emir Curovac und der Imam der Bosniakischen Moschee im Gespräch miteinander.

    Aktion am 25. April auf Initiative der Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe

    Am 25. April 2009 beteiligten sich die Evangelische Luthergemeinde, die Annur-Moschee, die Zentral-Moschee (DITIB) und die Bosniakisch-Deutsche Gemeinde Karlsruhe gemeinsam an den Karlsruher Dreck-weg-...

  • Worüber können Christinnen und Christen, Muslimas und Muslime lachen? Was ist eher peinlich und was verletzend?

    Darüber machten sich Mitglieder der CIG Karlsruhe bei ihrem Mittwochstreff im Oktober 2008 im Internationalen Begegnungszentrum Karlsruhe Gedanken, vorbereitet von Mustapha...

Seiten